Richtfest in Freyung-Grafenau
Bericht vom 23. Dezember 2025 | © HBB Holzbau Bayern
Ökologisch, schnell, sozial: Elf Parteien EOF aus Holz.
Bauminister Christian Bernreiter bei Richtfest: Flügel für den Wohnungsbau.
Freyung-Grafenau. Der bayerische Bauminister Christian Bernreiter ließ am Freitag am Pfarrersteig keinen Zweifel aufkommen: In München und in Berlin sind sich die jeweiligen Koalitionäre darüber einig, dass dem Wohnungsbau wieder Flügel wachsen sollen. Beim Richtfest für ein staatlich mehrfach gefördertes, ökologisches 11-Parteien-Haus sprach er über die Maßnahmen von Land und Bund, damit schnell mehr von solchem hochwertigen Wohnraum entstehen kann.
Sebastian Schlutz hat alles richtig gemacht: Der kirchlich engagierte Kommunalpolitiker hat in seiner Heimatstadt elf moderne Wohnungen aus dem regionalen Werkstoff Holz errichten lassen – und zwar mit einer extrem lokalen Wertschöpfung. Die Firma Holzbau Bayern sitzt im Landkreis Schwandorf und betreibt für die Marke Naturholzhaus ein Produktionswerk im Kreis Cham. Das Gebäude erfüllt die Voraussetzung für die einkommensorientierte Förderung (EOF). In deren Rahmen bezuschusst der Freistaat die Miete, sodass auch Menschen mit „normalem“ oder niedrigem Einkommen in den Genuss hochwertiger Wohnungen kommen können.
Die Holzständer-Bauweise und energetische Ausstattung bieten aber noch viel mehr. Zusammen mit der Auswahl rein ökologischer Baustoffe und der Barrierefreiheit erfüllt das Haus die Kriterien für ein Qualitätssiegel nachhaltiges Gebäude (QNG) – der Schlüssel für den Bauherrn zu attraktiven Förderkrediten der KfW (150.000 Euro pro Wohneinheit, aktuell ab 1,13 % Zins) und zur Kopplung von linearer Sonderabschreibung mit degressiver Abschreibung. Darüber hinaus steckt noch bayerische Holzbauförderung pro Tonne gebundenem CO2 mit unterm Dach.
Das hohe Maß an Vorproduktion im Werk ermöglichte einen straffen Zeitplan: Nur neun Wochen nach dem Spatenstich ragte nun bereits der Richtbaum gen Himmel.
Es soll auch andernorts schnell gehen. Bernreiter kündigte dafür zusätzliche Anreize an. Schon Mitte Dezember sollen Bauherren, die bereits über eine Baugenehmigung verfügen, zusätzliche Sondermittel beantragen können – „nach dem Windhundverfahren“. Künftig wird der Freistaat dafür wohl Geld aus dem Sondervermögen des Bundes zur Verfügung stellen.
Der Bauminister sprach auch etliche Vereinfachungen an: Sei es beim Bauturbo, der schneller und unkomplizierter zu Baugenehmigungen führe, oder bei der Absenkung des Stellplatz-Schlüssels.
Bürgermeister Olaf Heinrich dankte dem Bauherrn für die gelungene Nachverdichtung und den Anschluss an ein Hackschnitzel-Heizwerk. Barbara Fuchs, Inhaberin von Holzbau Bayern, betonte, dass sich die Philosophie ihres traditionsreichen Familienbetriebs voll und ganz in dem Projekt wiederfindet: bedarfsorientiert, regional, wirtschaftlich, ökologisch, energieeffizient und vor allem: aus Holz.
Nach dem kirchlichen Segen durch Stadtpfarrer Magnus König rundete der feierliche Richtspruch die Zeremonie angemessen ab: Sebastian Schlutz stieg selbst zu Bauleiter Max Pleintinger aufs Gerüst, um im Schatten des Richtbaums die Verbindung aus traditionellem Werkstoff und modernem Wohnkomfort zu würdigen.


